Wie das Inobo-Prinzip funktioniert

Das französische Label Inobo hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein modulares Kiteboard zu entwickeln und anzubieten – wobei die erste Idee darin bestand, mit Plexiglas ein durchsichtiges Deck zu realisieren. Damit begann die Entwicklung eines ganz eigenen Board-Konzepts.

Um das Board auf möglichst großer Fläche transparent zu bekommen, wird eine äußere Stützstruktur – das sogenannte Exoskelett – benötigt. Dieses muss die Kräfte aufnehmen und verteilen, um auf der Brettunterseite eine einfache Plexiglasscheibe verbauen zu können. Die Leidenschaft für die Ingenieurskunst war also geweckt und so wurde aus Carbon ein passendes Skelett entwickelt, das bereits alle Eigenschaften von Outline bis Rocker vorgibt. Spannend ist auch die Fertigung aus sogenannten Prepreg-Fasern (von „preimpregnated fibres“, zu Deutsch: „vorimprägnierte Fasern“). Hierbei werden die Kohlefasern bereits mit optimalem Harzanteil geliefert, per Laser zugeschnitten, in eine Form gegeben und per Heizpresse fixiert. Das fertig gefräste und entgratete Carbon-Skelett kann dann gleichzeitig mit Bindungen, Grabhandle und Finnen mit dem Deck aus Plexiglas, Holz oder Carbon verschraubt werden.

Varianten im Test
Wir haben zwei Decks getestet:. Einmal das optisch herausstechende Wavio aus klarem Plexiglas und dann das Woodio aus Holz. Alternativ gibt es noch ein hochwertiges Carbon-Deck. Die Ausführung und auch die Montage sehen sauber aus und jedes Deck ist mit einer dämpfenden Zwischenschicht versehen, sodass Deck und Skelett zu einer Einheit verschraubt werden können, bei der nichts schlägt oder klappert. Ein Unterschied zu vielen Twintip-Boards auf dem Markt besteht darin, dass es keinen Holzkern gibt, der mit dem Laminat aus Glas- oder Kohlefaser eine direkte Verbindung eingeht. Somit ist die Gefahr einer Delamination, bei der sich aufgrund von Überlastung oder Fertigungsproblemen die Faser vom Holzkern löst, praktisch nicht vorhanden. Zusammen mit dem Plexiglas-Deck ergibt sich eine hohe Flexibilität an den Tips, die es dem Board ermöglicht, sich besser an die Wasseroberfläche anzupassen und es damit auch in Kabbelwasser komfortabel macht. Zur Mitte versteift das Skelett dann stärker. Das Holz-, aber insbesondere das Carbondeck bieten so insgesamt mehr Steifigkeit.

Im Einsatz
Als unser Tester damit hinausgeht, funktioniert das Inobo-Board auf Anhieb perfekt. Das große, 138 Zentimeter messende Holzdeck erlaubt es dem Rider, früh ins Gleiten zu kommen. Seine Steifigkeit erzeugt ausreichend Pop, ohne dass das Brett unkomfortabel wird. Wer dann das Klarsicht-Deck hinzukaufen möchte, braucht nur 99,– Euro auf den eher gehobenen Preis des Komplett-Boards draufzulegen.
Für unseren Tester ist das Surfen auf der „Fensterscheibe“ der besondere Thrill. Mit einem Grinsen schaut er durch das Board ins Meer. In der Karibik könnte man nun sicher gleich die Fischschwärme beobachten. Die Nordsee ist hingegen aufgewühlt, doch das Inobo-Board schlägt sich gut. Trotz der Bedenken, dass sich die verwindenden Brettenden auswirken könnten, fiel dies in der Praxis nicht negativ auf. Auch ordentlich Druck im Schirm bringt das Brett nicht zum Ausbrechen. Und selbst Halsen lassen sich damit gekonnt zirkeln.

Anpassungsfähig
Das französische System erlaubte sich im Test keine Schwächen. Vielmehr bietet es dem Rider ganz neue Möglichkeiten, sein Board anzupassen. Hier sollen zukünftig selbst individuelle Kundenwünsche realisiert werden können. Interessant ist auch das Deck für den Leichtwindeinsatz mit 148 Zentimetern Länge, bei dem das Skelett asymmetrisch an der Heelside angebracht wird.