Universeller Renntrimm von Kite Attitude

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Der französische Bar-Hersteller Kite Attitude erweitert sein Produktportfolio. Neben der bereits in KITE & friends 4/2016 vorgestellten Universal-Bar gibt es für die Rennfahrer unter den Depowerkitern die neue Universal-Racebar. Der stetig wachsende Markt an reinrassigen Racekites eröffnet eine neue Nische und wir sind gespannt, ob ‑diese Bar sie ausfüllen kann.

Auf den ersten Blick erkennt man einige Teile der Standard-Universal-Bar wieder. Die gut sichtbare Farbcodierung in Blau und Grün verhindert Verwechslungen. Auch die Bar-Enden haben diesen Farbcode. Diese haben die bewährte Verstellmöglichkeit mit Hilfe eines Lochrasters. Schiebt man den Floater nach oben, kann die Bar-Weite mittels Schlaufe in vier Breitenpositionen verstellt werden, abgestimmt in 5-Zentimeter-Schritten. Zudem können die Steuerleinen mittels Knotenleitern noch feinjustiert werden. Die Racebar ist in 55 und 60 Zentimetern Breite erhältlich. Der Chickenloop entspricht ebenfalls dem der Standard-Bar. Nach der strengen französischen AFNOR-Norm getestet, erfüllt er vorbildlich seinen Zweck. Der Chickendick lässt sich aus dem Loop-Bereich drehen, damit auch Unhooked-Manöver ungestört funktionieren. Er könnte noch etwas dicker und stabiler ausgeführt sein, damit der Chickenloop, wenn er entspannt ist, nicht aus Versehen vom Trapezhaken rutschen kann.

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Die Verstellung der Bar-Breite

Leinenfrage
Die Bar wird inklusive Leinen ausgeliefert, die farbcodiert sind und Belastungen bis 300 Dekanewton wiederstehen können. Die erhältlichen Leinenlängen liegen bei 22 oder 24 Metern. Auf Anfrage sind auch Leinenlängen von 17 oder 19 Metern machbar. Die Leinenenden sind als Schlaufen ausgeführt. Bei sogenannten verwechslungssicheren Kook-Proof-Anschlüssen muss bei den Front- beziehungsweise bei den Backlines in die jeweiligen Schlaufen ein Knoten zum Anschließen an das Fluggerät geknüpft werden. Schön wäre hier ein kurzes Leinenstück als Adapter mit zwei Knoten im Lieferumfang. Die Bar-Durchführung ist reibungsminimiert in Edelstahl ausgeführt. Die Länge des Depower-Tampens lässt sich an den Rider anpassen.

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Die Clamcleat-Verstellung und der Klettband-Depower-Griff

Speziell für Racer?
Im Rennen ergeben sich Anforderungen, die eine Standard-Bar nicht so leicht erfüllen kann. Neben Trimmmöglichkeiten über die Bar-Breite und die Knotenleitern spielt der Depower-Weg eine große Rolle. Viele Races gehen über einen längeren Zeitraum, in dem die Windsituation gewaltig variieren kann. Der Rennfahrer startet immer gut angeblasen, um das Maximum aus seinem Kite herauszuholen. Frischt der Wind auf, ist Depower gefragt und das bietet die Racebar mit über 1 Meter Depower-Weg im Überfluss. Der erfahrene Racer kann über diesen Weg zusätzlich auf jedem Kurs das Maximum aus seinem Zuggerät herausholen.

Praxistest
Wir haben einige Depowerkites im Gepäck und entscheiden uns aufgrund der momentanen Windbedingungen für die Zeekai in 19.0 Quadrat­metern. Wir sind gespannt, wie die von Arnaud Troalen – Rennleiter und Trainer – und Kieran Leborgne – einem Race-Hoffnungsträger – entwickelte Bar funktioniert. Zuerst stellen wir die Bar-Breite ein; hier wählen wir das Maximum der 55 Zentimeter. Dann verbinden wir die Lenkstange mit dem Kite. Die Zeekai hat nur Knoten als Anschlussmöglichkeit, also bitte achtgeben und die Front- und Backlines nicht verwechseln! Bevor man den Kite hochzieht, ist es wichtig, die Frontline-Länge über den Adjuster schon einmal eingehakt zu haben und im Safety voreinzustellen. Der erfahrene Rider hat dafür ein sicheres Händchen und es geht schnell vonstatten. Der Einsteiger aber sollte sich hier bei wenig Wind an die optimale Voreinstellung herantasten. Die Bar funktioniert auf Anhieb mit dem Racekite von HQ-Powerkites. Mit dem Kite vertraute Racer fühlen sich damit sofort wohl, denn er fliegt stabil und lässt sich gut kontrollieren. Der Depower-Weg ist dank der leichtgängigen Doppelrollen mehr als ausreichend. Vor auffrischenden Winden ist der Rider somit gefeit.

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Durchführung für das ­Frontline-Safety

Zusatzfeatures
Mit der Universal-Bar hat man auch einige weitere Möglichkeiten im Gepäck. Neben dem einfachen Frontline-Safety kann das Setup auch zu einem zweifachen Frontline-Safety umgebaut werden. Nach der Auslösung ist der Kite nicht so drucklos wie beim einfachen Safety, aber das ­Wiederstartverhalten ist dafür wesentlich besser. Auch eine echte fünfte Leine kann in das Setup eingegliedert werden. Die Adjusterline kann je nach benötigter Länge durch die Bar-Mitte geführt werden, um störendes Herumpendeln zu vermeiden. Lässt man die Leine lose hängen, bietet ein Klettverschluss Abhilfe. Auf der Website des Herstellers sind die möglichen Varianten ausführlich beschrieben und bebildert.