Speedkite-Workshop in Dorsten

Die Dorstener Drachenworkshops sind in der Lenkdrachenszene bereits so etwas wie eine Institution. Nach dem Mattenworkshop mit Christoph Fokken, der zu Jahresbeginn 2019 stattfand, konnte nun Marco Stoschek von Popeye Kites gewonnen werden, mit den Teilnehmern einen seiner komplexen Speedkites zu bauen.

Auch diesmal waren für die Organisation Bernd Koop, selbst Entwickler diverser leistungsstarker Speedkites, und Cathrin Germing, die Autorin dieses Berichtes, verantwortlich. Zur Auswahl standen vier verschiedene Größen des Modells Zitalon, einer Konstruktion, die auch bei nicht optimalen Windbedingungen einen beeindruckenden Speed auf der tiefen Geraden erreicht. Eingeladen waren sowohl Nähprofis als auch Neueinsteiger, um diesen spannenden Drachen unter Marcos fachkundiger Aufsicht zu bauen.

Materialfrage
Bereits im Vorfeld wurde intensiv über Baumaterial, Farbgestaltung und Bestabung diskutiert. Die Auswahl war schier unendlich: Workshopleiter Marco, ein wahrer Meister im Aufspüren neuer Bezugsquellen exquisiter Materialien, hatte viele Sorten hochwertiges Mylar, laminiertes Dacron in vielen Farben sowie Spinnaker und Cuben zur Auswahl dabei, das dann einzelne Teilnehmer noch durch eigene Materialien wie schwarz-rotes oder pinkes Cuben ergänzten. Nach einem geselligem Ankunftsabend ging es am Samstag früh los: Nun mussten sich alle endgültig entscheiden, welches Material sie verbauen wollten, und dann die einzelnen Elemente des Drachens erstellen. Für die, die farbige Leitkanten gewählt hatten, bedeutete dies, zusätzlich lange Streifen für die Verstärkungen, Leitkanten und Kiele zuzuschneiden. In gut gelauntem Chaos wurde geschnitten, geklebt, auf Schablonen gewartet und über Designs diskutiert. Für unbedarfte Beobachter war kaum zu vermuten, dass in diesem Durcheinander so viele tolle Kites entstehen sollten.

Feinarbeit
Nachdem alle ihre Materialien beisammenhatten, wurde es konzentrierter. Bis spät in die Nacht wurde genäht und gebaut – die Zeit saß allen im Nacken; schließlich hatte man am Sonntag nur noch bis zum frühen Nachmittag Zeit, da vielen eine recht lange Heimreise bevorstand. Marco betreute jeden Einzelnen mit unendlicher Geduld. So wurden nach und nach eine Reihe unterschiedlichster Entwürfe realisiert. Nicht alle wurden am Ende vollständig fertig, aber alle kamen so weit, dass sie ihr Projekt daheim allein beenden konnten. Besonders die Neulinge im Drachenbau waren sich am Ende einig: Eigentlich sind Speedkites dieser Kategorie – sei es von Popeye Kites oder einem der anderen namhaften Anbieter – bei all der Feinarbeit, die in den Designs und ihrer Realisierung steckt, viel zu günstig kalkuliert.

Lohn
Obwohl wir unter Druck arbeiten mussten, da für einen solch aufwändigen Drachen die Zeit sehr eng kalkuliert war, hat das gemeinsame Projekt allen viel Spaß gemacht. Natürlich trugen dazu nicht zuletzt die freundschaftlich-lockere Atmosphäre, die wie immer großartige Verpflegung durch Gastgeber Bernd Koop und die kurzweiligen, bis in die Nacht fortgesetzten Fachsimpeleien über allerlei Drachenthemen bei. Einige Wochen später kamen dann die ersten Workshop-Zitalone beim Drachentreffen in Neukirchen-Vluyn auf der Halde Norddeutschland in die Luft. Wir sind gespannt, wann wir weitere Fotos und Berichte von den anderen fertiggestellten Meisterwerken sehen dürfen.

Und es ging gleich wieder in die Planungsphase: Schon im Februar findet der nächste Dorstener Drachenworkshop statt – denn dieser ist schließlich eine Institution.