Linestofly in der Praxis

Ja, bei Depowerkites ist so manches anders. Während Lenkdrachen und Buggymatten meist mit der Schnurmarke des persönlichen Vertrauens bestückt werden, egal von welchem Hersteller der Kite ist, werden die Depower-Bars vom Hersteller häufig bereits komplett mit Leinen geliefert. Dabei hat der Produzent die Stärke, die Länge und die Art der Verknüpfung festgelegt. Im Bereich des Depower-Race findet gerade ein Umdenken statt, denn hier sind kurze Strippen Pflicht, um die optimale Performance zu erzielen.

Auf der Nordseeinsel Fanø knüpften wir für diesen Test das Leinenset Liros DC Pro 201/161 mit 15 Metern Länge an die Racebar des aktuellen Depowerkites Flysurfer Soul. Das ist nicht aufwändiger als die Originalleinen. Auch Flysurfer setzt auf den Liros-Typ, verwendet als Frontline aber die Version DC 301 mit gut einem Drittel mehr Durchmesser. Uns reichen auf dem Buggy die sauber gespleißten 260-Dekanewton-Schnüre von linestofly, die aus der hochfesten Faser Dyneema SK99 bestehen und daher extrem dünn sind.

Anleinen
Das Anknüpfen der individuell konfigurierbaren Leinen fällt nicht schwer. Die Steuerleinen für den Depowerkite sind farblich in Blau und Weiß eindeutig erkennbar, sodass ein gefährliches Verwechseln beim Anknüpfen vermieden wird. Die Leinen werden an den Bar-Enden eingeschlauft; die grauen sind die Hauptleinen und stellen die Verbindung oberhalb des Adjusters an der Bar zum Kite dar.

Ausführung
Eine Begutachtung der Leinen hinsichtlich Qualität, Fertigung der Spleiße und technischer Spezifikationen ist durchaus spannend: Alle Leinensets werden in Handarbeit gefertigt. Dabei sind die Schlaufen mit selbsthemmenden Spleißen gemacht. Der Spleiß hat eine zur Leinenstärke passende bestimmte Länge. Bei dem von uns getesteten Set sind dies etwa 10 Zentimeter. So wird verhindert, dass sich der Spleiß selbst lösen kann und es ist auch keine zusätzliche Vernähung nötig. Die selbsthemmenden Spleiße haben im Vergleich zu einer Verknotung oder dem Vernähen der Schlaufe den großen Vorteil, dass die Bruchlast wirklich nur minimal herabgesetzt ist. Weiter wird dadurch wirksam das Verhängen von Leinen oder der Kite-Waage in Schlaufenknoten verhindert.

Versionen
Auch wenn sich einige Standardlängen in der Rennszene etabliert haben: Linestofly bietet alles individuell nach Kundenwunsch an. Dabei kann aus verschiedenen Leinenstärken von 1,1 bis 1,6 mm bei den grauen Steuerleinen und 0,83 bis 1,5 mm bei den farblich codierten Bremsleinen gewählt werden, je nachdem, welche Bruchlast gewünscht ist. Diese Bruchlast ist ein statischer Wert, der im Labor ermittelt wird und angibt, wie viel Gewicht man an eine Schnur hängen kann, bis diese versagt. Bei dem Set linestofly Liros DC Pro 201/161 in unserem Test sind dies 260 Kilogramm an den Frontlines und 160 Kilogramm an den Backlines.

Technische Fakten
Die Steuerbefehle des Piloten erreichen den Kite unverzüglich und sehr genau. Möglich macht dies das Liros Heat Stretch System. Dabei werden die Liros-Leinen ab Werk vorgehängt und so ein Dehnen der Schnüre im Einsatz verhindert. Im Test mussten weder Leinen noch der Mixer nachjustiert werden. Beim Gespräch mit Kitern am Strand erfuhren wird, dass die linestofly-Schnursets auch hervorragend an den klassischen Vierliner-Kites mit Handles funktionieren.

Jeden ambitionierten Kiter begeistert die Möglichkeit, die Leinen selbst zu konfigurieren. Als weiteres Feature sind hier die „Extensions“ zu nennen. Nach Wunsch in 1 bis 5 Meter Länge erhältlich lassen sie sich schnell an den Flugleinen einfügen. Das verfügbare Windfenster vergrößert sich so, was bei schwierigen Bedingungen hilfreich sein kann. Die Flexibilität ist dadurch sehr hoch und der Kostenvorteil liegt klar auf der Hand: Braucht man doch nur ein Schnurset und die entsprechenden Erweiterungen. Wer selbst tüfteln will, für den bietet linestofly alle Schnurstärken auch als Meterware an.

Kurze Wege
Aber nicht nur Race-Piloten favorisieren kurze Lenkwege. Da die Leinensets in Handarbeit gefertigt werden, finden auch die Erfahrungen und Ansprüche der Kite-begeisterten Crew von linestofly ihren Weg in das Lastenheft, wenn diese zu Wasser, im Buggy oder auf dem Kitelandboard aktiv ist. Dabei sind die hochwertige Leinenqualität von Liros und die individuelle Fertigung durch linestofly durchaus ihren Preis wert. Linestofly-Schnüre sind aber oftmals dennoch günstiger als die Serien­leinen der Hersteller.

Neuerdings kommen sogar die Freestyler zum Zug: Mit 570 und 440 Dekanewton liefern die Liros DC Pro 401/301 höchste Sicherheit und sind direkt in der gewünschten Komfortlänge bestellbar.