Im Gespr√§ch mit J√ľrgen Lienau

Wir haben den Gr√ľnder und Betreiber von Wolkenst√ľrmer in Hamburg besucht. Dabei beantwortete J√ľrgen Lienau Fragen zu Vergangenheit und Gegenwart; au√üerdem pr√§sentierte er KITE & friends-Chefredakteur Jens Baxmeier den neuen Showroom.

KITE & friends: Wolkenst√ľrmer betreibt den letzten Drachenladen in Hamburg, welcher nach dem Abriss der bisherigen Shop-Location jetzt als Showroom in die R√§umlichkeiten des Gro√ühandels in der Borsteler Chaussee integriert wurde. Welche Synergien entstehen daraus?
J√ľrgen Lienau: Wir sind √ľberrascht, wie gut unser neuer Standort angenommen wird. Unter einem Dach k√∂nnen wir hier √ľber s√§mtliche Einzelteile, Farben und Drachen in ausreichender Menge verf√ľgen. Da wir als Hersteller im direkten Kontakt zum Verbraucher stehen, bekommen wir von diesem wiederum n√ľtzliche R√ľckmeldungen.‚Äú

Der Drachenhandel begann 1980. Wie entstand dieser Geschäftszweig?
Ich hatte eine Leidenschaft f√ľr Drachen und sah, dass es in den USA bereits Modelle aus vern√ľnftigen Materialien und mit h√∂herem Anspruch gab, w√§hrend das Hobby bei uns noch in den Kinderschuhen steckte. Wir begannen also, die amerikanischen Drachen zu importieren. Im Gegensatz zum Spielzeugladen Lienau richtete sich unser Angebot vornehmlich an Erwachsene, sodass wir das Gesch√§ft trennten und den Drachenladen in Hamburg aufmachten.

Und wie sieht es heute aus?
Die Begeisterung f√ľr Drachen ist nach wie vor da. Es gibt zwar nicht mehr so viele Drachenl√§den, wie es sie in Hamburg einmal gegeben hat. Wir sind als einzige √ľbrig geblieben, haben aber auch ein ‚Äď wie ich finde ‚Äď √ľberzeugendes und umfangreiches Sortiment.‚Äú

Hat das Drachenfliegen in der Familie Lienau schon immer eine große Rolle gespielt?
Wir haben in fr√ľheren Zeiten sogar Treffen und Festivals organisiert und dabei unsere ganze Familie immer mit einbezogen. Sp√§ter wirkten dann unsere T√∂chter auch als Helfer bei den Festivals mit. Die Freude an den Drachen ist bis heute geblieben. Im August habe ich mich mit einer meiner T√∂chter und den Enkelkindern in D√§nemark zum Drachenfliegen getroffen, was wahnsinnig viel Spa√ü gemacht hat.

Wir berichteten, dass Eure große private Sammlung aufgelöst werden soll. Wie ist hier der Stand?
Wir haben bereits einiges aus der Sammlung verkauft ‚Äď vor allem Dinge, die von Einzelpersonen gehandhabt werden k√∂nnen. Was ich nach wie vor besitze, sind sehr gro√üe Drachen oder Drachenketten, die nur von einem Team geflogen werden k√∂nnen. Beispielsweise die Sechseckkette und ein riesiger Tetraeder von Peter Malinski sowie eine 56-Quadratmeter-Multiflare von ¬≠Wolfgang ¬≠Schimmelpfennig, oder ein Hargrave-Gespann mit Manlifting-System. Die kann man als Einzelner nicht mal eben so in die Luft lassen. Nat√ľrlich habe ich auch ein paar St√ľcke, die ich alleine handhaben kann und die ich dann zu Anl√§ssen wie jetzt in D√§nemark fliege. Die sollen auch bei mir bleiben. Gerne k√∂nnen sich aber engagierte Teams bei mir melden.

Im Juni fand die Trennung von der Marke Spiderkites statt. Wie kam es dazu?
Urspr√ľnglich gab es Gespr√§che, dass ¬≠Wolkenst√ľrmer von Carsten Gutgesell und Christoph Fokken √ľbernommen wird. Wir hatten allerdings unterschiedliche Vorstellungen und so haben sie sich entschlossen, ¬≠Spiderkites ¬≠komplett selbstst√§ndig fortzuf√ľhren. Wir haben die Marke nun auch nicht mehr im Vertrieb.

Wie sind Eure Pl√§ne f√ľr 2018?
Wolkenst√ľrmer wird erneut einen neuen Brasington-Einleiner bringen. Bei den Lenkdrachen wurde bereits der Fast Forward in zwei Gr√∂√üen wieder aufgelegt; es gibt den Barracuda als Freestyler sowie den Leichtwinddrachen Drifter wieder, und die ¬≠Paraflex in einem blauen Farbschema. Insgesamt ist das Programm schon sehr rund. Auch wird es die Baumaterialien ‚Äď wie wir sie f√ľr die eigene Produktion verwenden ‚Äď ¬≠weiterhin bei uns geben.