Größenwachstum beim RaceStar+

Drei Jahre dauerte bei Born-Kite die Single-Skin-Entwicklung vom ersten LongStar bis zum RaceStar, der inzwischen seine zweite Verbesserung erfuhr. Mit dem „+“ kamen vor einem Jahr partielle Flex-Kiele dazu und sorgten für eine Optimierung des Profils und verbessertes Höhelaufen – auch im depowerten Modus. Inzwischen wurde der kurz TES genannte Trailing Edge Shaper von Spannschnüren auf Abnäher in den äußeren vier Paneelen umgestellt und hält die Schleppkante stets auf Spannung. Die neue 14-Quadratmeter-Größe machte uns neugierig auf einen Praxistest.

Vom Hersteller wird ein Windbereich von 2 bis 11 Knoten mit einer absoluten Obergrenze von 14 Knoten an Land versprochen.In Windstärken ausgedrückt soll der RaceStar+ 14.0 zwischen 1 und 3 Beaufort optimal eingesetzt werden können, sollte aber spätestens bei 4 Beaufort vom Himmel genommen werden. Durch den konstruktionsbedingten Leichtbau kommt der 14er auf nur 1,9 Kilogramm Abfluggewicht. Matten mit gefüllten Kammern wiegen in der Größe und Streckung kaum unter 3 Kilogramm. Auch kennt ein Single-Skin keine Füllproblematik, sodass die 14 Quadratmeter beim leichtesten Lüftchen blitzschnell im Wind stehen und abheben.

Low End
Der Erstflug begann am untersten Limit – zweitweise war der Wind kaum spürbar. Wenn der Kite auch in die Luft zu bekommen war, reichte die Kraft nicht aus, einen Kitebuggy aus dem Stand zu beschleunigen. Erfahrene Kiter könnten vermutlich mit einem Rollbrett oder auf Skiern ein wenig anskaten, um in Fahrt zu kommen. Als es dann auf 3 bis 4 Knoten „auffrischte“, gelang auch die Fahrt im fast 60 Kilo schweren Rennbuggy. Bemerkenswert ist, dass sich der

Setup
Die Universalbar von Born kommt mit maximal 60 Zentimetern Breite dem großen Kite entgegen. Die 16 Meter langen Leinen können mit den serienmäßig beiliegenden Extentions auf 20 Meter verlängert werden. Dem weniger erfahrenen Piloten, der diese Größe für Leichtwind einsetzt, empfehlen wir die volle Leinenlänge zu verwenden. Damit sollten die Manöver einfacher gelingen und der gleichmäßige Wind oberhalb der Oberflächenwirbel gut nutzbar sein. Bei ordentlich angepowerten RaceStar+ sind kürzere Leinen wiederum sinnvoll, um die Wege bei Halse und Wende zu verringern und den Kite so weit wie möglich nach vorne laufen zu lassen.

Richtig Wind!
Bei drei Windstärken zeigt der Kite seine Größe und liefert satte Kräfte. Es macht einfach Spaß bei 7 bis 10 Knoten die Bar voll anzuziehen und sich gefühlt sanft aber im Resultat brachial beschleunigen zu lassen. Bei mir hat es ein breites Grinsen ausgelöst, wenn der RaceStar+ seine Muckies spielen lässt und der Buggy kurz vor der Driftgrenze über den Strand donnert. Kurz zur Erinnerung: Diese Wortwahl bezieht sich auf vorherrschende 3 Windstärken. Das Faszinierende dabei: Es geht nicht nur auf Halbwind ab, auch der Höhengewinn am Wind und das „Verbrennen“ von Höhe auf Raumwind gehen locker von der Hand. Damit spreche ich nicht die Wettkampffahrer an, sondern den Freizeitpiloten, der seinen kitebaren Windbereich mit diesem großen Single-Skin deutlich ausbauen kann – und das zum halben Preis von einem Intermediate-Foilkite mit Depower. Natürlich sind wir gespannt, wie sich die 14 Quadratmeter am und über dem oberen Windlimit verhalten. Zu den ablandigen 11 Knoten Grundwind kommt am nächsten Testtag die typische Düse auf dem Weg zur Badbrücke, die bei St. Peter-Ording-Kennern berüchtigt ist. Böen bis zu 16 Knoten werden später im Report von Windfinder bestätigt, also satten 4 Windstärken. Es kommt mir gar nicht so extrem vor. So kann ich gut angeknallt Höhe ziehen und diese auf extremem Raumwind wieder verballern.