Zwischen Himmel und Hölle!

Zuletzt durften wir in Ausgabe 1/2008 mit der Combat über einen reinrassigen Hochleister von PKD Kites berichten. In den letzten Jahren beschränkte sich der Hersteller auf gut kontrollierbare Vierleiner-Handlekites und es gab wenig Neues, aber nun kommt mit der Inferno ein Depower-Racekite auf den Markt. Auf Italienisch und Portugiesisch bedeutet Inferno „die Hölle“. Sollte dies auf ein aggressives Verhalten hinweisen oder eher die Leistungsbereitschaft beschreiben, die der Kite mitbringt?

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Glatte Flügeloberfläche

Die Inferno ist ab sofort in den Größen 9.0, 12.0 und 16.5 Quadratmeter gestaffelt im Angebot und hat eine gigantisch große Streckung von 8,0 bei der 12.0er und 16.5er sowie mit 7,5 etwas zurückgenommen bei der 9.0er. Für den Einsatz im Kitebuggy ­empfiehlt der Importeur Kite-Power-Shop mit Sitz in St. Peter-Ording 15 Meter lange Leinen. Da PKD kein eigenes Bar-System anbietet, greifen wir auf die 50 Zentimeter lange Ozone Racebar zurück, die hervorragend zum Kite passt.

GroĂźe Wind-Range
Durch das ausgeklügelte Depower-System, das einen sehr langen Adjuster-Weg bietet, sowie mit dem ultraleichten Segeltuch Skytex 32 von Porcher Marine kann die Inferno in einem sehr großen Windbereich sicher geflogen werden. Im Buggy geht die getestete 12.0er schon bei ungefähr 8 Knoten – also unteren drei Windstärken – los, sodass es Spaß macht. Das obere Ende des Windbereichs ist fahrerabhängig. Der Kite lässt sich bei 20 Knoten noch gut und sicher kontrollieren. Im Test haben wir ihn bis 28 Knoten eingesetzt, doch bei gut sechs Windstärken ist die 12.0er sicher nicht jedem Fahrer zu empfehlen, sodass rechtzeitig auf die 9.0er gewechselt werden sollte. Allerdings erreichten wir so angepowert Geschwindigkeiten von gut 100 Stundenkilometern – ein Zeichen dafür, dass die Inferno höllisch nach ­vorne rennt. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten hält sie ihren Druck und versucht noch weiter ­Vortrieb zu generieren, was der Optimierung der Kammerzahl und der großen Streckung zuzurechnen ist. Mit dem Closed-Cell-Aufbau und den verbauten Spannbändern ist die Inferno ein enorm flugstabiler Racekite. Einmal in Strömung, verzeiht sie viele Fahrfehler – das ist himmlisch!

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Umlenksystem des Depower

Steuerung
Selbst mit kurzer Controlbar spricht die Inferno sehr direkt auf Steuerbefehle an. Wer Erfahrung mit Handle-Racekites hat, wird dies zu schätzen wissen und sich bald auf das Feedback des Schirms ein­geschossen haben. Mit der verfügbaren Größenab­stufung ist man unserer Meinung nach gut für alle Windbedingungen aufgestellt. Eher für Experten bestimmt ist das verstellbare Waagesystem, das sich unter blauen Gummihülsen verbirgt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Der Kite ist individuell auf den Fahrer einzustellen und innerhalb kurzer Zeit nachtrimmbar. Erstaunt haben uns die Preise im Vergleich zu aktuellen Race-Depowerkites, da sie trotz der Verwendung edelster Materialien am unteren Rand der Hochleister-Klasse angesiedelt sind.

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Versteckt: Trimmmöglichkeit

Auf dem Wasser
Durch den Aufbau als Closedceller ist der Schirm auch für das Wasser geeignet. Hier kommen dem Piloten die lange Hangtime und das spielerische Höhelaufen sehr zugute. Mit 90 Kilogramm Rider-Gewicht ist ein entspanntes Fahren an langen Leinen ab ungefähr 12 Knoten möglich und es geht weit hinauf, was wiederum vom Piloten abhängt.