Genialer Konzept-Kite aus Frankreich


Wenn nur dieser eine Name Programm sein kann, dann handelt es sich um ein sehr spezielles Modell. Switch nennt sich dieses Prachtstück, und ordentlich „switchen“ lässt er sich dann auch. Jetzt noch als stabil fliegender Einleiner in der Luft, in der nächsten Minute schon quirliger Stuntkite. Der Switch tanzt über den Himmel, führt richtige Kunststücke aus, um im nächsten Moment wieder ruhig in der Luft zu stehen. Geht nicht? Geht doch! Wir haben den Switch unter die Lupe genommen.

Erdacht hat sich dieses kleine Wunderwerk Alain Micquiaux aus Lorient in der Bretagne. Der Franzose ist bekannt für seine tollen Drachenkreationen, mit denen er immer wieder für Staunen sorgt. Schon legendär sind seine Mohnblumen, die er zu ganzen Feldern von rot-grünen Pflanzungen arrangiert. Oder aber seine Installationen Arches d’O und Banc de Poissons, bei denen er einfarbige Drachen zu einer ganzen Himmelskomposition zusammenfügt.

Testkandidat
Nimmt man den Switch aus der runden, 38 Zentimetern großen Transporttasche, fällt auf, dass er in sich verdreht untergebracht wurde. Also ein sanfter Ruck am Segel und – plopp – der Switch faltet sich wie von Geisterhand zu seiner ganzen Pracht auf. Alle Stäbe befinden sich bereits gespannt an ihren Plätzen. Weitere Flugvorbereitungen sind nicht mehr nötig. Genial einfach, einfach genial, Alain! Zwei Dinge sind nach der gut gestalteten und leicht verständlichen Anleitung wichtig: An den äußeren Spannschnüren wird der Drachen auf die herrschenden Windbedingungen eingestellt. Außerdem kann hier die Agilität justiert werden. Zum anderen ist die Position der Waage entscheidend. Der Switch hat nämlich nicht einfach nur eine Einpunkt-Waage – nein, hier haben wir es mit einer Gleitwaage der besonderen Art zu tun. Im unteren Kiel verläuft eine Schnur von der Spitze bis zum Ende. In diese Schnur wird die Drachenleine eingehängt, sodass der ­Auf­hängepunkt variabel ist. Just dies ist der Clou von Alain ­Micquiauxs genialer Drachenkonstruktion: Befindet sich der Aufhängepunkt an der vorderen Spitze und rührt man nicht weiter an der Drachenleine, fliegt der Switch als Einleiner. Ja, bedingt durch seine Konstruktion tanzt er ein wenig, aber wem dies nicht gefällt, der kann ja noch einen Schwanz anhängen.

Richtig lustig wird es, wenn man kurze Impulse auf die Drachenleine gibt. Denn dann beginnt der Schiebeknoten zu wandern, der Drachen fängt an zu taumeln und in eine andere Richtung zu fliegen. Kurzer Ruck an der Drachenleine – die Schnur befindet sich wieder am vorderen Ende und der Switch wird erneut zum Standdrachen. Mit ein wenig Übung gelingen so wahre Kunststücke.