Asunto Sumpango Giant Kite Festival

Weifang, Hamamatsu, Long Beach, Dieppe, Fanø – wo sind die Menschen am verrücktesten nach Drachen? Ganz weit vorne ist hier sicher Guatemala zu nennen, wo in dem kleinen Dorf Sumpango dieses Jahr zum 40. Mal gigantische Konstruktionen von bis zu 36 Metern Höhe zu sehen sein werden.

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Bei der Segelherstellung: Die Größe verdeutlicht den Aufwand

Die Einheimischen des Landes treffen sich jedes Jahr am 1. November auf dem Fußballfeld neben dem Friedhof von Sumpango. Dort findet das Ritual nach alter Mayakultur in Gedenken an die verstorbenen Verwandten statt und erfährt in den bunt gestalteten Drachen mit ernsthaften politischen Aussagen seinen Höhepunkt. Der Aufbau der Drachen hat sich inzwischen stark verändert – von der klassischen polygonen Bauweise hin zu Figuren. Die Materialien sind allerdings noch immer traditionelles Bambus und buntes Chinapapier – die Verwendung von Farbe ist verboten.

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Gruppe mit ihrem traditionell gebauten Drachen

Die Drachen
Von den Organisatoren wurden im letzten Jahr über 100 Drachen gezählt, die in drei Kategorien – ab 10 Metern, zwischen 4 und 6 Metern und bis 2,50 Metern – eingruppiert waren. Die riesigen Gebilde der ersten Kategorie wurden nur aufgestellt und nicht gestartet – zu gefährlich wäre ein Versuch in den Menschenmassen. Der Größe nach hintereinander aufgereiht geben die Kites ein gigantisches Bild ab. Erst bei genauerem Hinsehen werden die vielen Details deutlich, die von den Erbauern liebevoll erstellt wurden. Es gibt einen Wettbewerb um den schönsten Drachen und den am längsten fliegenden, doch ist vor allem der Applaus der Menschenmenge der Lohn für die Arbeit, in die Familien oder andere Gruppen zum Teil mehrere Monate investieren. Das Publikum besteht aus hunderttausenden begeisterter Zuschauer, die auf dem Platz und vom Berg gegenüber das Geschehen beobachten. Touristen aus der ganzen Welt reisen zu dem Festival an. Vielleicht werden es zum diesjährigen Jubiläum auch Besucher aus Deutschland sein?